Announcing Geogen 4.0

Montag, 9 Februar 2015 07:02 by Christoph

Ich schrieb es bereits zum zehnjährigen von Geogen, dass ich mit der vierten Generation der Namenskartierungssoftware experimentiere. Vor drei Monaten war das hauptsächlich aus Spaß und ich wusste noch nicht genau, wo es hinführen sollte. Jetzt ist es immer noch Spaß, aber ich weiß, was das werden soll.

Die Version 4.0 ist öffentlich zugänglich. Sie ist Namenskartierung im modernen Gewand, mit besserer Übersicht und erhöhter Performance. Ich bin in den letzten Monaten ein Fan von Continuous Delivery geworden, d.h. ich habe kleine Features und Verbesserungen sofort nach bestandenen Tests auf das Live-System ausgerollt. Am letzten Wochenende war das zum Beispiel eine coole "Game of Thrones"-Animation der 3D-Karte. Womit ich auch schon bei den Details von Geogen 4.0 bin.

Die Software ist eine komplette Neuentwicklung. Ich habe wirklich keine einzige Codezeile der Vorversionen übernommen. Sie setzt auf aktuelle Webtechnologien und hier jeweils auf etablierte Hilfsbibliotheken. Das Grundgerüst ist HTML5 mit jQuery (was sonst?). Dazu kommen WebGL via three.js, Canvas und SVG via D3.js. Im Backend tummeln sich illustre Gäste wie MS SQL Server Compact, Json.NET und ZXing.Net.

Geogen 4.0 gibt es in zwei Fassungen:

Es gibt derzeit keine Bestrebungen Geogen 3.1 abzuschalten. Ich entwickle aber dort keine neuen Features mehr und deaktiviere höchstens Gadgets, die vor Jahren einfach schlecht implementiert wurden.

Update 07.03.2015: Ich habe begonnen, die neue Engine international parametrisierbar zu machen. Die Geogen-Konsole funktioniert jetzt auch für Österreich: http://geogen-at.stoepel.net/console.html und phonetische Namensgraphen gibt es ebenso.

10 Jahre Geogen

Montag, 20 Oktober 2014 21:10 by Christoph

Ich habe mal die Backup-Festplatten und alten Quelltexte durchstöbert und dabei fiel mir auf: Geogen ist nun schon 10 Jahre alt.

Es fing in den Semesterferien 2004 mit einer normalen Desktop-Anwendung an, mit der ich mir hauptsächlich selbst Landkarten für Familiennamen erstellen wollte. Schnell stellte sich heraus, dass auch andere diesen Wunsch hatten. Es gab eine Lücke zu füllen, die Anzahl der Downloads war überwältigend. Einiges am Programm war noch nicht rund, weil mir als Student damals schlichtweg die Erfahrung fehlte. Die Lokalisierungsdatenbank als MS Access auszuliefern war sicherlich ein Fehler und brachte unzählige Support-Anfragen. Der Einsatz des damals noch sehr neuen .NET-Frameworks in der Version 1.1 war zumindest ambitioniert.

Ich doktorte einige Male an der Architektur der Software, stieg auf Sqlite zur Datenhaltung um, aber als Desktop-Anwendung war Geogen einfach nicht zu warten. Das Ding musste auf den Server!

Version 2 schrieb ich Ende 2005 komplett neu, jedoch immer noch in C# (ASP.NET 2.0). Auf meinem Server hatte ich das Deployment schließlich selbst im Griff und ab da lief es weitestgehend problemlos. Eine größere Überarbeitung des Layouts brachte Geogen 3 und danach folgten kleinere Wartungs-Releases, aber keine größeren Änderungen im Backend mehr. Es funktionierte einfach.

Eher aus Spaß habe ich in den letzen Wochen mit einem neuen Kern experimentiert. Mit nun 10 Jahren Erfahrung in Geogen und fast doppelt soviel in Software-Entwicklung wollte ich sehen, was so geht. Ergebnis: 10-15 mal schneller geht. Nun, das ist ein guter Wert, aber ich habe selten Performance-Probleme. Es gibt also keine Not für ein Upgrade. Interessanter ist die neue Technologie, zeitgemäße Architektur, neuer Spaß. Vielleicht gibt es auf dieser Basis mal ein Geogen 4.0. Solange bleibt die Subdomain Entwicklerspielwiese. Oder um einen bekannten Mann aus der Informatik zu zitieren: Just for fun.

Kartierung der Woche: Abiturienten

Freitag, 23 Juli 2010 05:04 by Christoph

Das Statistische Bundesamt hat mal wieder die Zahlen über Schulabgänger veröffentlicht. Die aktuellsten betreffen das Schuljahr 2007/2008. Das könnte natürlich auch neuer sein, aber die Mühlen der Bürokratie arbeiten langsam. LANGSAM.

Seis drum. In jenem Jahr haben fast 230.000 Schüler ihre Pflicht mit dem Abitur (allgemeine Hochschulreife) abgeschlossen. Wie das linke Cartogram (flächentreu) zeigt, die meisten davon in Nordrhein-Westfahlen. Berlin ist erwartungsgemäß aufgrund seiner hohen Bevölkerung auch ziemlich groß vertreten. Im Gegensatz zu den Statistiken über Erwachsene ist Brandenburg hier auch nicht völlig aufgesogen, sondern kann sich noch mit eigenen Abiturienten behaupten. Die Landflucht in die Hauptstadt setzt demnach offenbar erst ab einem bestimmten Alter ein.

Abiturienten Schuljahr 07/98

Das rechte Cartogram ist eine neue Form. Hier habe ich die Zahl der Abiturienten mit der Zahl der Einwohner normalisiert. Mit der Zahl aller Einwohner - nicht der der Schulabgänger. Ein Bundesland mit ausbleibendem Nachwuchs hat einfach Pech gehabt und wird entsprechend verzerrt. Hier fällt besonders auf, dass Mecklenburg-Vorpommern an Größe zulegt. Das bedeutet, dass MVP im Verhältnis zu seinen Einwohnern den größten Output an Abiturbesitzern vorzuweisen hat. Die Erklärung dieses Phänomens sei dem geneigten Leser überlassen. Mir fällt dazu spontan nichts Plausibles ein.